ARTUMULT 5. Januar 2012, Basel, Auszüge aus Gespräch


Warum wählt ein Künstler, sich mit den Menschenrechten zu befassen?
- Ich habe mir das lange überlegt und ich kam zu dem Schluss, dass man als Künstler die eigene Kunst machen muss, ganz existenziell, aus sich und aus der persönlichen Geschichte heraus. Wenn die Menschenrechte hinzukommen, dann sollte dies auf eine natürliche Weise geschehen. Dann fliesst es einfach mit ein, weil es ein Teil von dir ist, und deshalb beschäftigt dich das, und das musst du ausdrücken.
- People tend to express themselves using arts. I think it is a very good theme: Art for Human Rights or Human Rights for Art, whichever way you want to put it. Because not everybody can express themselves using words. Using art can reach longer than when you try to explain something in words. Because when you look at some of these works you actually identify yourself with that, you see something which is really connected to you. Art for Human Rights as a contact point, as a point to start... To bring something out in the open, to give it a voice... You need a voice! It feels like the association Art for Human Rights is a good platform where people can express themselves in line with all these kinds of topics.
- Die Künstler versuchen auch einen Weg zu finden, die Leute aufzuwecken, aufmerksam zu machen, Alternativen zu zeigen: Man kann es auch so haben, man kann auch so leben, so denken... "Kunst für Menschenrechte" haben sehr viele internationale Kontakte, sie sind wie ein Netz, wie ein Satellit. Sie nehmen etwas von einem Künstler und verteilen es in der ganzen Welt. In meinem Herkunftsland hätte ich wahrscheinlich nie den Namen eines Künstlers gehört, der sich mit dem Thema Menschenrechte beschäftigt. Bis ich hierher gekommen bin, hätte ich nicht einmal geglaubt, dass es so etwas wie Menschenrechte gibt. Aber durch diesen Verein habe ich auch diesen Künstler kennengelernt. Und das ist es, was sie bewirken: Sie bauen diese Kontakte auf, sie stricken dieses Netz mit der Zeit immer weiter, Künstler aus der ganzen Welt...
- Das ist lustig, weil hast du das Bild auf der Webseite gesehen? Es ist ein Spinnennetz!
- Yes, network.
- Ja, das meine ich. Ich denke, sie haben...
- Die spinnen. (Gelächter)
- ... sie haben ein Argument, einen Grund, das zu machen.

Linn Marie Carlehed, schweiz-schwedische Künstlerin, hegt seit ihrer Kindheit ein starkes Interesse für die Themen Menschenrechte und Migration, was oft in ihren Arbeiten zum Ausdruck kommt. Sie ist Gründungsmitglied von ARTUMULT, einer Künstlergruppe mit Mitgliedern aus verschiedenen Ländern, welche in performativen Diskussionen, Sprach-Experimenten und anderen künstlerischen Projekten stets die Frage der kulturellen Identitäten behandeln.
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